TEL AVIV, OKTOBER 2010
EURAG EMPFEHLUNGEN UND FORDERUNGEN
EURAG feiert die Tatsache, dass Menschen länger als jemals zuvor leben. Daraus ergibt sich die Chance für uns alle, mehr und auf vielen verschiede-nen Arten zur Gesellschaft beizutragen. Allerdings werden in der Welt der bezahlten Beschäftigung nicht immer ältere Arbeitnehmer unterstützt. In der Nachkriegszeit wurde der Ausstieg aus dem Arbeits-markt normal für Menschen in ihren frühen 60sten oder sogar 50sten. In Anbetracht der Wahrschein-lichkeit, 90 Jahre oder länger zu leben, steigt die Zahl der Menschen, die länger arbeiten wollen oder finanzielle Gründe haben mögen, bis ins höhere Alter arbeiten zu müssen. Veränderungen in vielen Aspekten der Gesellschaft sind notwendig. Die Kultur breiter Schichten muss sich ändern. Die Vor-stellung, dass jemand alt wird und nur fit ist für geringe Brocken in gehobenem Alter von etwa 60 Jahren, ist beides: beleidigend für ältere Menschen und ökonomisch schädlich. Ältere Menschen haben ein enormes Potential, zur Nationalökonomie und zu ihrem eigenen Wohlergehen beizutragen. Festgelegtes Rentenalter ist ein Überbleibsel aus Zeiten, in denen schwere körperliche Arbeit normal war, und hat keinen Platz mehr in der modernen dienstleitungs-orientierten Ökonomie.
Die nachstehenden Empfehlungen und Forderungen an Regierungen beabsichtigen, beim Übergang in die neue Welt steigender Langlebigkeit mitzuhelfen. Diese Empfehlungen betreffen alle Sozialpartner ein-schließlich der Organisationen, die ältere Menschen repräsentieren.
- Wir fordern, dass die Regierung alles in ihrer Macht tut, um die Diskriminierung älterer Menschen zu beenden. Relevant sind: Anti-Diskriminierung-Gesetze, Unterstützung aller Teile der Zivilgesellschaft, die älteren Menschen helfen, und die Vermittlung positiver Bilder älterer Menschen.
- Wir fordern, dass die Regierung die Macht der Arbeitgeber abschafft, obligatorisch Menschen in Rente zu schicken, die ein bestimmtes Alter erreicht haben.
- Wir fordern, dass die Gewerkschaften und andere Sozialpartner die Beschäftigung älterer Menschen unterstützen und fördern.
- Wir fordern, dass die Regierung bei staatlichen und anderen Pensions-Plänen Flexibilität in Bezug auf das Rentenalter einführt oder verbessert. Abhängig von den Prioritäten oder Notwendigkeiten der Menschen schließt dies Möglichkeiten ein: Menschen zu erlauben, Rente zu beziehen während sie weiterarbeiten; Teilrenten für Teilzeitarbeitende zu erlauben und verstärkte Flexibilität im Alter, in dem Staatspension bezogen werden kann.
- Wir fordern, dass eine inflations-geprüfte Staats-pension festgesetzt wird auf einer angemessenen Höhe in Bezug auf den durchschnittlichen Lebens-standard in einem Land, um sicherzustellen dass Beschäftigte rationale Entscheidungen treffen können über ihr Arbeitsleben und ihre Ersparnisse für den Ruhestand.
- Wir fordern, dass die Regierung sicher stellt, dass Frauen angemessene Renten erhalten trotz Kinder-erziehungs-Verantwortung.
- Wir fordern, dass die Regierung für prompte medizinische Behandlung älterer Arbeiter sorgt, um sicherzustellen, dass ihre Arbeitsfähigkeit nicht leidet, während einer langen Wartezeit auf eine Behandlung.
- Da das Altern der Bevölkerung darauf hinweist, dass es eine finanzielle Notwendigkeit gibt, das Staatspension-Alter anzuheben, fordern wir, dass die Regierungen den Menschen Vorwarnungen lange im voraus in Bezug auf solche Änderungen geben. Ebenso sollten Steigerungen des Pensions-Alters nicht in Perioden einer Depression auf dem Arbeitsmarkt eingeführt werden.
- Wir fordern, dass die Regierungen ihren mächtigen Veröffentlichungs-Apparat nutzen, um die Beschäftigung älterer Arbeiter zu fördern, „Erfolgs-Stories“ zu veröffentlichen und das Potential der Spannungen zwischen den Generationen zu reduzieren. Indem das getan wird, verbessern wir das Bild der Älteren als einen wichtigen Faktor in der Gesellschaft, nicht als jemand, der Wohltätigkeit braucht.
- Wir fordern, dass Beihilfe-Systeme passen, Menschen je nach ihren Notlagen zu unterstützen. Im Besonderen: die Routine, arbeitslose Ältere als Behinderte zu klassifizieren sollte beschränkt werden auf diejenigen, die wirklich nicht arbeiten können. Falls ältere arbeitslose Menschen fähig sind zu arbeiten, muss ihnen Training gegeben werden oder andere Hilfestellung, die es ihnen ermöglicht, einen Job zu erhalten.
- Training muss allen älteren Arbeitern möglich gemacht werden, ob sie in Arbeit oder arbeitslos sind. Das Scheitern Fähigkeiten aufzufrischen führt unweigerlich auf lange Sicht zum Verlust der Arbeit.
- Wir fordern, dass das Bildungsniveau ständig verbessert wird. Niedrige Basisbildung reduziert die Möglichkeiten das ganze Leben lang mit unweigerlich widrigen Einflüssen im Alter.
